Bericht über die Arbeit der Deutschen Selbstverwaltung im II. Halbjahr 2007

Eingabe durch: Monika Mittag 2008-11-24 09:49:22

Ausser Traditionspflege, Erhaltung der sachlichen Werte und Sprachpflege war auch im zweiten Halbjahr 2007 der Gemeinschaftsaufbau eine unserer wichtigsten Aufgaben. Durch unsere Veranstaltungen wollten Leben in den Alltag von Deutschjula und seinen Gebäuden bringen und die Festtage mit neuen Inhalten bereichern. Diese Bestrebungen kann man nur durch gemeinsame Arbeit erzielen. Aus diesem Grund bedanken wir uns bei allen die uns geholfen haben: Ferenc Pápai und seine Familie, die Pápai Musikband, András Sebestény, Frau von Dr Illyés
József Edda Kernweiss, Gerhard Stengel, Éva Mikus, Roland Mittag, die Kindergärtnerinnen aus Deutschjula, Mária Nagy und die Lehrer der „Implom József” Grundschule, Károly Danszky, die Römisch-Katholische Kirchengemeinde, die Deutschjulaer aktiven Teilnehmer, das Wochenblatt Gyulai Hírlap, Gyula TV und noch viele-viele andere, die durch ihr Mitwirken unsere Veranstaltungen unterstützt haben. Im Juli haben wir in der  Hundertjährigen Konditorei den 4. Jahrestag der Gründung unseres Stammtisches gefeiert, in guter Stimmung und mit schwungvoller Anteilnahme von wenigstens 40 Stammgästen. Leider mussten wir im selben Monat von unserem K. Schriffert Preisträger, unserem allgemein beliebter Harmonikaspeiler Groh Józsibácsi Abschid nehmen, der mit 73 Jahren verstorben ist. An seinem dabei. Józsi Bácsi wird uns allen sehr fehlen, da er in jede Veranstaltung besondere Stimmung brachte. Sein Andenken lebt in unseren Erinnerungen weiter. Ende des gleichen Monats wurde dem 150. Jubiläum der Vereinigung von Deutschjula mit Jula ein Festtag gewidmet, an welchem auch wir Anteilnahme hatten. Am 30. September wurde am Brunnen des Apor Platzes ein Relief  eingeweiht, danach eröffnete Vorsitzende Monika Mittag eine Ausstellung. Am 1. Oktober nahmen die Mitglieder der DS an einer Gedenkfeier im Festsaal des Rathauses teil, an welcher der jüngste und der älteste Bewohner der Stadt gewürdigt wurde. Den Tag darauf wurde an der Kreuzung der zwei Stadtgrenzen eine Gedenktafel enthüllt. Ende September kam Mareike Martens aus Deutschland hier an. Als Sozialarbeiterin hilft sie
im Deutschstädtischen Kindergarten, wo sie sich annähernd ein Jahr lang mit den Kindern beschäftigt, und aktiv am Leben der DS teilnimmt. Das ist für uns eine großartige Gelegenheit, da wir durch sie eine deutschsprachige Fachkraft zur Verfügung haben, die uns kompetent und unermüdlich in unserer alltäglichen Arbeit zur Seite steht. Wir bedanken uns beim Deutschen Schulverein und bei der Selbstverwaltung der Stadt Jula für die Hilfe, die es ermöglicht hat, dass Mareike bei uns sein kann. Am 5. Oktober haben wir auf der Terasse und im Lokal des Weinlesefest und Traubenball organisiert. Auch heuer war das Interesse sehr groß, über 200 Gäste waren gekommen, um sich bei Weinpressen, lustigen Spielen, Tombola, Unterhaltung, Tanz, und natürlich bei ausgezeichnetem Nachtmahl zu vergnügen. Die niveuauvolle Veranstaltung war wieder ein Verdienst der lobenswerten Arbeit von Frau Szilágyi Maria Solymosi. Im Oktober wurde in Jula der XVI Tag der Deutschen Kultur im Komitat Bekesch gefeiert. Natürlich war der Aufmarsch aus Deutschjula zum „Erkel” Kulturhaus – mit Blasmusik und Pferdegespann – die größte Attraktion. Beim Kulturprogramm konnte man die Darbietungen der Selbstverwaltungen aus 8 Ortschaften verfolgen, welche die deutschsprachige Kultur unserer Gegend auf die Bühne stellten. Jula war durch ein hervorragendes Programm welches die Lehrer und Schüler der „Implom József” Grundschule vorbereitet hatten vertreten. Über 400 Teilnehmer waren an diesem Festtag anwesend, was für diese Veranstaltungsreihe einen richtigen Rekord bedeutete. Den Gästen wurden kulinarische lokal-deutsche Gerichte aufgetischt, welchen dem Kulturtag einen stimmungsvollen Ausklang gaben. An diesem Fest nahmen hohe Gäste teil: Otto Heinek, der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Péter Tolnai, als Vetrtreter der Komitatsversammlung, Dr. Perjési, die Bürgermeisterin unserer Stadt. Diese Anteilnahme, als Anerkennung unserer Arbeit, hat uns sehr geehrt . Am letzten Mittwoch im November war der Stammtisch dem Advent gewidmet. Mit Liedern und weihnachtlichen Geschichten war der Abend für die zahlreichen Teilnehmer von
einmaliger Stimmung. Mit Hilfe der Kulturabteilung des Stadtrates und des Vizebürgermeisters Dr. Gyula Erdmann
wurde eine Gedenktafel zum Andenken an K. Schriffert enthüllt. Bei der Feier war auch ein Urenkel des bedeutenden Deutschjulaer anwesend. Im Dezember haben wir an jedem Sonntag nach der Hl. Messe gemeinsam beim Christbaum, der von der DS gespendet wurde, Adventslieder gesungen. Schon zum fünften Mal wurde dieses Adventssingen veranstaltet und wir konnten mit Genugtuung feststellen, dass die Deutschjulaer diese Adventsfeier erwarten und lieben. Sie gehört schon ins Leben von Deutschjula, als eine besinnliche Vorbereitung zum Weihnachtsfest. Am zweiten Adventsonntag boten die Kinder aus dem Kindergarten, am dritten Sonntag die Schüler aus der Implom-Schule eine kleine festliche Darbietung dazu. Wir bedanken uns bei all den hilfsbereiten Mitbürgern, sowie beim Stadtrat Jula für all die Unterstützung, durch welche wir eine erfolgreiche Arbleit leisten konnten.

Ausgezeichnet „Für die Minderheiten im Komitat Bekesch” 2007: Deutschlehrerin Mária Nagy

Eingabe durch: Monika Mittag 2008-11-24 09:10:19

Mária Nagy ist eine Deutschlehrerin mit Nationalitätenausbildung, deren unermüdliche Tätigkeit im Laufe der Jahre nicht nur in ihrer Heimatstadt, sondern im ganzen Komitat bekannt und anerkannt wurde. Achtungsgebietend ist ihre Energie, Ausdauer und Kompetenz. Ihre fachliche Arbeit ist von standhafter Konsequenz und Fleiss geprägt. Hervorragend sind ihre Leistungen auf dem Gebiet der deutschen Sprache und der Traditionspflege. Die von ihr ins Leben gerufenen Initiativen bewegen Kindergruppen, Großeltern, alte und jüngere Generationen zum Mitmachen. Die deutsche Sprache wird von ihren Schülern fast spielend erlernt, als Ergebnis ihres vortrefflichen pädagogischen Wirkens. Öfters hat sie Stipendien durch das Goethe-Institut erworben, dem entsprechend kürzer oder länger in Deutschland an Fachstudien und Weiterbildungen für deutsche Literatur, Sprache und Methodik teilgenommen. In Folge dessen ist sie heute eine unserer am besten vorbereiteten Deutschlehrer, die bestrebt ist die neuesten Methoden, die besten Fachkenntnisse zu erwerben und an andere weiter zu geben. Die Laufbahn hat sie 1991 an der „Implom József” Grundschule begonnen, seither lehrt und erzieht sie dort ihre Schüler. Ab 1995 ist sie Leiterin des methodischen Fachkreises der Deutschlehrer. Von besonderer Bedeutung ist für sie die Organisierung von Deutschwettbewerben für die Schuljugend. Viele ihrer Schüler erwerben Grund-und Mittelstufe der Sprachprüfungen, erzielen auch hervorragende Ergebnisse bei Wettbewerben auf dem Gebiet der Sprache und Volkskunde. Die gründliche Ausbildung nutzt sie nicht nur als Deutschlehrerin in ihrer Schule, sondern vermittelt ihr Können an die anderen Kollegen im Komitat. Denn seit 2001 ist sie Fachberater für deutschsprachige Grundschullehrer. Im Laufe der Jahre hat sie unzählige Fortbildungen, Kurse, Musterstunden organisiert und geleitet. Schwerpunkt war dabei immer der Sprachgebrauch, die Kommunikation in Deutsch. Die neuen Methoden erklärt sie detailiert und logisch überzeugend, mit Schwerpunkt auf die Bedeutung dieser Methoden im praktischen Unterricht. Als Gründungsmitglied des Deutschen Schulvereins der Komitate Bekesch-Csongrád arbeitet sie als aktives Vorstandsmitglied. Mit guten Ideen, anspruchsvollen Ausführungen und anziehenden Veranstaltungen bereichert sie ständig das Arbeitsprogramm des Vereins. Über die Darbietungen der deutschen Schulen informiert sie immer durch Beiträge in der lokalen und regionalen Presse, aber ihre Berichte erscheinen gelegentlich auch in der Neuen Zeitung. Die fachliche  Vorbereitung, das Wissen, die menschliche Haltung,die Erforschung und Pflege der deutschen Traditionen, die Überlieferung der deutschen Sprachkenntnisse in breiten Kreisen begründet weithin, dass Mária Nagy von der Deutschen Selbstverwaltung aus Jula für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde. Dieser Vorschlag wurde auch vom Verband der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Bekesch voll unterstützt .

Das Andenken unserer Ahnen durch erneute Grabsteine

Eingabe durch: Ferenc Hack 2008-11-24 09:07:25

Schon über die zweite Legislationsperiode erstrecken sich die Bemühungen der Deutschen Selbstverwaltung zur Rettung und Sanierung von alten, meist in gotischer Beschriftung, noch mit deutschen Namen versehenen Grabsteinen. Seit fünf Jahren wurden jährlich durch die Deutsche Selbstverwaltung, mit finanzieller Unterstützung seitens der „Wenckheim Krisztina” Stiftung, vier-fünf verwahrloste, vereinsamte Grabsteine renoviert und am Eingang des Friedhofes in einer gepflegten Umgebung neu aufgestellt und eingeweiht. Mit diesen 21 Grabsteinen wurde für 31 schon lange verstorbenen Deutschjulaer ein Andenken gestellt, 24 deutsche Namen wurden durch  diese Gedenkstätte verewigt. Die Namen weisen auf den Ursprung unserer deutschjulaer Vorfahren, auf ihre Eigenschaften, Beschäftigungen, auf ihre typischen Taufnahmen.

Gleichzeitig sind auch weniger bekannte oder schon ausgestorbene oder veränderte Familiennamen nachweisbar. Die erneuten Marmorkreuze werden seit vier Jahren jährlich vor Allerheiligen in einer Gedenkfeier gewürdigt, neu eingeweiht und den Besuchern des Josefsfriedhofes zur Schau gestellt. Im vergangenen Jahr wurde die Feier – die Übergabe von weiteren vier renovierten Grabsteinen und deren Einweihe – im Rahmen des Deutschen Kulturtags im Komitat Bekesch vollzogen. Dadurch wurde die Gedenkstätte nicht nur den Julaern, sondern auch den anderen Deutschen aus Bekesch bekannt. Diese edle Initiative wird eindeutig von den Deutschjulaern geschätzt, aber auch Bewohner anderer Stadtteile, Besucher mit julaer Abstammung und selbst Turisten besuchen immer öfter diese Gedenkstätte. Vorläufig sind keine dergleichen Grabsteine in Aussicht, also besteht zur Zeit keine Möglichkeit der Erweiterung, nur im Falle dass noch vorhandene, in Obhut der Familie stehende Grabsteine erneut werden können und dieser Gedenkstätte übergeben werden. In diesem Jahr wollen wir den Bereich der
Grabsteine mit einer Parkanlage und mit einer Gedenktafel verschönern. Wir bedanken uns bei allen die uns materielle, moralische oder sonstige Hilfe im Josefsfriedhof geleistet haben, mit welcher sich unsere Stadt bereichert hat, durch die Schaffung dieses bleibenden Andenkens an unsere Ahnen.

Halbjahresbericht 2007 über die Arbeit der Deutschen Selbstverwaltung in Jula

Eingabe durch: Rozmaring 2008-11-24 08:45:20

Im Dezember 2006 hatte die neugewählte Deutsche Selbstverwaltung die Einwohner von Deutschjula sowie die Wähler, die mit der Deutschen Selbstverwaltung mitarbeiten und daher helfen wollen zu einer Besprechung eingeladen. Dabei sollten eben diese die Möglichkeit bekommen, mitreden zvönnen und so ihre Meinung zu unserem Jahresprogramm und unserer bisherigen Arbeit zu äußern. Erstaunlich viele kamen als Beweis des Interesses an dieser Gemeinschaftsarbeit. Die meisten drückten ihre Achtung über diese Arbeit aus, aber es liefen auch viele neue und interessante Idee ein, die wir in Zukunft verwirklichen wollen.

Am 7. Januar war unsere erste Feier an der Gedenktafel der Zwangsarbeiter. Die Deutsche Selbstverwaltung feierte zum ersten Mal gemeinsam mit dem Deutschklub. Am 24. Januar wurde zum ersten Mal Deutschstädtischer Fasching gefeiert. Dabei waren wir über fünfzig Personen in der Altentagesstätte beisammen, und versuchten so den Winter zu vertreiben. Die Gäste kamen teilweise maskiert, viele traditionelle Mehlspeisen, so auch Krapfen, wurden mitgebracht, Glühwein wurde ausgeschenkt und die Unterhaltung ging bis spät in die Nacht hinein. Im Februar war unsere erste Vollversammlung, an der wieder viele ebenfalls interessierte Stadtbewohner teilnahmen.

Die traditionelle Josefsfeier wurde am 16. März erneut im Tagesheim in Deutschjula veranstaltet, wobei uns die Schüler der Implom-Schule mit einer Vorführung von hohem Niveau erfreuten. Danach hielt Zoltán Bagyinszki einen hochinteressanten Videovortrag über die schwäbischen Weinkeller in Ungarn. Auch bei dieser Feier waren über 50 Gäste anwesend. Im Rahmen der „Julaer Tage” schlug die deutsche Selbstverwaltung ein Zelt auf, wo die Zuschauer traditionelle österliche Speisen kosten konnten. Auch gab es die Möglichkeit unter Hilfe der Kindergärtnerinnen aus dem Deutschstädtischen Kindergarten Eier zu färben Auch die ältere Generation zeigte noch die traditionelle Kochkunst aus Deutschjula, mit feinen Kuchen und Leckereien, in Begleitung von Harmonikamusik. Den Erfolg bezeugten einige hundert Gäste, die unser Zelt besuchten.

Am 27. Mai veranstalteten wir zum 4. Mal die Pfi ngstunterhaltung. Das Ereignis war wirklich erfolgreich, annähernd 200 Portionen Bohnengulasch wurde serviert, und zumindest insgesamt 400 Gäste waren auf dem Aporplatz versammelt. Das Programm wurde von den Kindern aus dem Deutschstädtischen Kindergarten und der Implomschule dargeboten. Danach spielte die Jugendblaskapelle sehr erfolgreich Platzmusik. Zum Mittagsmahl sorgten die „Lustigen Jungs” für musikalische Begleitung.